
Manche Tauchplätze macht man einmal und hakt sie ab. Aber das USAT Liberty Wrack in Tulamben? Ich bin dort bei drei verschiedenen Trips über 30 mal getaucht und würde morgen sofort wieder hin.
Mein Urteil:
Ich lege die Messlatte für einen großartigen Wracktauchgang verdammt hoch. Die meisten Schiffswracks sind nur rostige Hüllen, die irgendwo im dunklen, schlammigen Sand liegen. Die Liberty ist anders. Statt totem Stahl findest du hier ein lebendiges Riff, das sich fast vertikal an der Bordwand hochzieht.
Da die Liberty nur 30 Meter vom Ufer entfernt liegt, ist sie ohne Frage der beste Wracktauchgang auf Bali. Sie ist über und über mit Weichkorallen bewachsen, wird von riesigen Fischschwärmen belagert und ist, dank ihrer Lage an einem Sandhang, für jeden zugänglich, vom blutigen Anfänger bis zum erfahrenen Tech-Taucher.
Klingt nach einem Tauchgang, der auf deine Bucket List gehört, oder?
Der einzige Haken sind die Menschenmassen. Weil das Wrack so leicht erreichbar ist, kann es dort gegen Vormittag echt voll werden. Um das Wrack von seiner besten Seite zu erleben, musst du das Timing perfekt abpassen und wissen, wie man den Landeinstieg meistert, denn der ist ein Stück mehr Arbeit als ein normaler Strandspaziergang.
Das Dive Briefing: Die USAT Liberty im Überblick
| Standort | Tulamben, Bali, Indonesien (GPS: -8.273051, 115.593186) |
| Tiefe | 5–30 Meter |
| Tauchtyp | Wracktauchgang, Einstieg vom Strand |
| Erfahrungslevel | Anfänger bis Technischer Taucher |
| Meeresleben | Büffelkopfpapageifische, Schwärme von Stachelmakrelen, Barrakudas, Zwerg-Seepferdchen, Schnecken, Muränen, Laternenträger |
| Wassertemperatur | 27–30 °C |
| Sichtweite | 15–25 Meter |
| Strömung | leicht bis moderat |
| Beste Zeit zum Tauchen | April–November (Trockenzeit) |

Die Geschichte des USAT Liberty Wracks
Die USAT Liberty hat eine ziemlich spannende Geschichte hinter sich. Gebaut wurde sie 1918 für die US-Armee, und jahrzehntelang schipperte sie Soldaten quer durch den Pazifik. Dann kam der Januar 1942: Im Zweiten Weltkrieg erwischte sie das japanische U-Boot I-166 in der Lombok-Straße mit einem Torpedo. Der Rumpf war schwer beschädigt, aber das Schiff blieb zunächst über Wasser. Die US- und die niederländische Marine wollten es nach Singaraja schleppen, keine Chance. Am Ende musste die Crew die Liberty in Tulamben stranden lassen, wo sie über 20 Jahre lang am Strand lag und langsam vor sich hin rostete.
Dann, im Jahr 1963 brach der Mount Agung aus. Die Beben waren so stark, dass sie das Schiff vom Strand den sandigen Hang hinunter ins Meer rutschen ließen. Seitdem liegt sie nur ein paar Meter vom Ufer entfernt, zwischen 5 und 30 Metern Tiefe, und wartet quasi direkt vor der Haustür auf Taucher.
Das Wrack heute: Lebendige Geschichte, die zerfällt
Da ich an der Liberty über mehrere Jahre hinweg mehr als 30-mal getaucht bin, ist mir klar geworden: Die Geschichte dieses Schiffes wird immer noch geschrieben. Im Gegensatz zu Wracks, die in der Zeit eingefroren scheinen, befindet sich die Liberty aktiv im Wandel vom Schiff zum Riff.
- Struktureller Verfall: Das Wrack bricht unter seinem eigenen Gewicht immer weiter zusammen. Wenn du ein paar Jahre nicht hier warst, wirst du merken, dass der mittlere Teil deutlich flacher und chaotischer geworden ist. Die Liberty zerfällt langsam, aber genau das macht es so interessant, sie immer wieder neu zu erkunden.
- Sich verändernde Swim-throughs: Viele der ikonischen Durchgänge im Inneren sind mittlerweile instabil oder durch herabstürzende Balken komplett blockiert. Die Laderäume, die einst Eisenbahnteile von Australien auf die Philippinen transportierten, sind heute ein Labyrinth aus verbogenem Metall und Korallen. Die Struktur steckt voller versteckter Winkel.
- Verschmelzung mit der Natur: Dieses Wrack des Zweiten Weltkriegs ist zu einem florierenden künstlichen Riff geworden. Es ist schwer zu sagen, wo das Schiff aufhört und das Riff anfängt. Riesige Schwämme und Fächerkorallen sind mit dem Rumpf verwachsen und bilden eine organische Struktur, durch die riesige Fischschwärme ziehen.
Manche Wracks liegen tief, dunkel und sind schwer zugänglich, aber die Liberty ist das komplette Gegenteil. Dank der geringen Tiefe, des einfachen Einstiegs vom Land aus und der unglaublichen Unterwasserwelt ist sie zu einem der besten und zugänglichsten Wracktauchgänge der Welt geworden.
Wenn du dich fürs Wracktauchen auf Bali interessierst, sollte die Liberty ganz oben auf deiner Liste stehen.

Warum die Liberty ein Muss für Taucher ist
- Es gibt viele Wracks, aber keins wie die Liberty – Ich habe schon jede Menge Wracks betaucht, aber dieses hier ist einfach anders. Es ist nicht nur ein versunkenes Schiff, sondern ein richtiges Riff. Beim ersten Mal konnte ich kaum glauben, wie viele Weichkorallen, Fächerkorallen und Schwämme das Wrack schon überwuchert hatten. Manche Wracks sind einfach nur rostiges Metall, durch das ein paar Fische huschen. Die Liberty lebt.
- Einfach zu erreichen – Kein Boot, kein langes Schwimmen an der Oberfläche. Einfach am Strand ins Wasser, abtauchen, und schon bist du mitten auf einem 120 Meter langen Wrack aus dem Zweiten Weltkrieg. Mega easy.
- Voll mit Leben – Fischschwärme ohne Ende: Jackfish-Tornados in der Mitte, Büffelkopfpapageifische bei Sonnenaufgang, Barrakudas am Heck. Für Makro-Fans gibt es Schnecken, Zwergseepferdchen und Geisterpfeifenfische, alles gut versteckt in der alten Struktur.
- Perfekt für jedes Level – Egal ob als Anfänger oder mit hunderten Tauchgängen im Logbuch, hier wird dir nicht langweilig. Die flachen Bereiche sind wunderschön und perfekt für neuere Taucher, die tieferen Teile mit Swim-Throughs spannend für erfahrene Taucher.
- Fotoparadies – Weitwinkel-Shots vom Wrack? Check. Makro-Jagd nach den kleinsten Crittern? Überall. Ich habe schon komplette Tauchgänge gemacht, bei denen ich kaum ein paar Meter geschwommen bin, einfach weil es so viel zu entdecken gab.
- Der beste Nachttauchgang auf Bali – Nachttauchgänge an der Liberty sind next level. Lampe aus, und Laternenträger blinken im Dunkeln. Dazu Muränen und Barrakudas auf der Jagd und Spanische Tänzerinnen, die durchs Wasser gleiten.
- Ein Tauchgang ist nicht genug – Ich habe über 30 Tauchgänge an der Liberty gemacht – und es wird einfach nicht langweilig. Jedes Mal, wenn ich auftauche, denke ich: „Da muss ich nochmal runter.“

So tauchst du die USAT Liberty & empfohlene Tauchroute
Ein- und Ausstieg: Sicher über die rutschigen Steine
- Landeinstieg: Die Liberty liegt nur 30 Meter vor der Küste, was sie zu einem klassischen Tulamben-Tauchgang vom Ufer aus macht. Du legst dein Equipment am Strand an und läufst direkt ins Wasser – Boote sind nicht nötig.
- Das Gelände: Vergiss weichen Sand. Der Strand besteht aus faustgroßen Vulkansteinen, die unglaublich rutschig sind. Wenn die Brandung reinkommt, rollen diese Steine unter deinen Füßen weg.
- Die Ausrüstung (Unverzichtbar): Dies ist nicht der Ort für dünne „Strandsocken“ oder instabile Leih-Füßlinge. Du brauchst Füßlinge mit einer 5 mm dicken, harten Sohle. Mit dünnen Boots spürst du jede scharfe Kante, und das Risiko, umzuknicken, steigt massiv an.
- Die lokalen Porter: Dir werden die Frauen aus dem Dorf auffallen, die am Sammelplatz warten. Sie sind das Rückgrat von Tulamben. Sie tragen die Flaschen (oft zwei gleichzeitig auf dem Kopf!) für dich bis vor ans Wasser.
- Der Einstieg: Timing ist alles. Bereite dein Equipment am Sammelplatz vor, aber warte mit dem Anziehen der Flossen. Geh mit teilweise aufgeblasenem BCD und dem Atemregler im Mund ins Wasser. Erst wenn du brusttief im Wasser stehst und hinter der Brandungszone der Kieselsteine bist, ziehst du deine Flossen an und tauchst ab.
- Kein Oberflächenschwimmen nötig: Sobald du unter Wasser bist, folgst du einfach dem Hang aus schwarzem Sand, er führt dich direkt zum Wrack.
Mein Tipp: Auch wenn du gerne eigenständig bist, nutze die Porter. Sie sind ein wichtiger Teil der lokalen Wirtschaft und stellen sicher, dass das Dorf direkt von deinem Besuch profitiert. Außerdem schont es deinen Rücken und hilft dir, das Gleichgewicht für den eigentlichen Einstieg zu bewahren.
Starte am Bug (5–10 m)
Sobald du im Wasser bist, tauch direkt ab und folge dem schwarzen Sand. Als erstes siehst du den Bug, der in flachem Wasser bei etwa 5 Metern liegt. Dieser Bereich ist komplett mit Korallen, Schwämmen und Fächerkorallen bewachsen – ein super einfacher und zugleich beeindruckender Startpunkt. Schwärme von Füsilieren, Falter- und Kaiserfischen ziehen um das Wrack, und mit etwas Glück siehst du sogar eine Schildkröte, die sich hier ausruht.
Auch wenn das Liberty Wrack an einigen Stellen auseinandergebrochen ist, erkennst du noch Teile des ursprünglichen Aufbaus. Metallträger und Relings des Bugs sind unter den Korallenschichten sichtbar. Wenn du genau hinschaust, entdeckst du alte Leitern und Handläufe, die inzwischen als Zuhause für Schnecken und Garnelen dienen.
Erkunde den Mittelteil (10–20 m)
Wenn du tiefer tauchst, erreichst du den Mittelteil des Wracks. Hier ist es am meisten auseinandergebrochen. Große Träger, überkreuzte Metallplatten und verdrehte Stützen bieten inzwischen Lebensraum für unglaublich viele Meeresbewohner.
Dieser Bereich hat einige der besten Swim-Throughs: offene Luken und umgestürzte Träger bilden natürliche Durchgänge durch das Wrack. Makro-Fans kommen hier voll auf ihre Kosten – Schnecken, Anglerfische und Geisterpfeifenfische sind perfekt getarnt zwischen den korallenbedeckten Trümmern.
Wer genau hinschaut, entdeckt noch originale Maschinenteile. Die riesigen Kessel sind gut erkennbar, dazu Rohre, Ventile und sogar Teile der Leitern. Die Liberty transportierte einst Eisenbahnteile von Australien auf die Philippinen. Ein Großteil davon ist längst von Korallen überwuchert, aber einzelne Stücke liegen noch zwischen den Trümmern. Ohne geübtes Auge oder guten Guide übersieht du sie aber leicht.
Hier liegt auch der Maschinenraum, allerdings nicht mehr intakt. Stattdessen findest du große offene Flächen, eingestürzte Strukturen und natürliche Überhänge, die Verstecke für Muränen und andere Bewohner bieten.
Im Mittelteil schwimmt auch eine der berühmtesten Fischschulen des Wracks: Hunderte Jackfische bilden oft einen wirbelnden Tornado mitten im Wrack.
Wenn du Swim-Throughs magst, ist das hier der perfekte Abschnitt. Einige der zerstörten Laderäume und umgestürzten Träger bilden offene Durchgänge, durch die du vorsichtig hindurchtauchen kannst. Mein Lieblingsteil der Liberty.
Tauche tiefer zum Heck (20–28 m)
Das Heck ist der tiefste Teil des Wracks, bei etwa 28 Metern. Hier findest du einige der ikonischsten Stellen der Liberty, darunter die Heckkanone und das Ruder.
Die Halterung der Heckkanone ist eines der wenigen noch erkennbaren Teile der Bewaffnung. Sie ist zwar komplett von Korallen überwuchert, aber die Kontur der Kanone ist noch gut zu erkennen – eines der wenigen originalen Waffenstücke, die erhalten geblieben sind.
Direkt darunter liegt das Ruder. Hier lohnt sich der Blick nach größeren Fischen wie Barrakudas, Riesen-Stachelmakrelen und manchmal sogar Riffhaien. Da dieser Bereich tiefer liegt, hast du hier beim normalen Lufttauchgang nicht viel Zeit. Wer länger bleiben möchte, sollte Nitrox benutzen, um diese faszinierende Ecke in Ruhe erkunden zu können.
Aufstieg durch den Mittelteil
Nachdem du das Heck erkundet hast, tauche langsam wieder durch den Mittelteil auf. So hast du die Gelegenheit, Bereiche noch einmal zu sehen, an denen du beim ersten Durchgang vielleicht vorbeigeschwommen bist. Ich finde oft jetzt kleine Makrolebewesen, die ich zuvor übersehen habe.
Besonders lohnenswert ist ein Blick auf die Überreste des Decks. Heute ist dieser Bereich ein wirres Durcheinander aus verdrehten Metallplatten, umgestürzten Trägern und korallenbedeckten Stützen. Kleine Höhlen und Spalten sind die perfekten Verstecke für Kraken, Nasenmuränen und Muränen.
Beende den Tauchgang in den flachen Bereichen (5–10 m)
Bevor du auftauchst, lohnt es sich, noch etwas Zeit in den flachen Bereichen des Wracks oder entlang der schwarzen Sandkante zu verbringen. Hier ist der perfekte Platz für deinen Sicherheitsstopp und es gibt jede Menge zu sehen. Im Sand findest du Garten-Aale, Nasenmuränen und kleine Tintenfische.
Die flachen Bereiche sind auch ideal für Fotografen: Das Licht ist besser, und die oberen Teile des Wracks sind voller bunter Korallen, die tolle Motive bieten.
Da das Wrack so flach beginnt, ist es ein Magnet für Schnorchler. Aber die Liberty ist nicht der einzige Spot. Wenn du mit Nicht-Tauchern reist oder deine Oberflächenpause einfach im Flachwasser verbringen möchtest, gibt es viele wunderschöne Schnorchelplätze in Tulamben, die einen Besuch wert sind.

Meeresleben an der USAT Liberty
Die USAT Liberty ist nicht nur ein Wrack – sie wimmelt nur so vor Leben. Von riesigen Fischschwärmen bis hin zu perfekt getarnten Makro-Krittern gibt es bei jedem Tauchgang unendlich viel zu entdecken.
Größere Meeresbewohner & Räuber
Manta-Rochen oder Walhaie wirst du hier nicht finden, dafür aber jede Menge Jäger und große Fische, die das Wrack zu ihrem Jagdrevier machen.
- Büffelkopf-Papageifische – Die sind riesig! Wenn du sie sehen willst, musst du vor Sonnenaufgang im Wasser sein. Sie sammeln sich am Wrack und knabbern lautstark an den Korallen – klingt, als würde jemand eine Tüte Chips essen.
- Stachelmakrelen und Barrakudas – Du triffst sie oft in den tieferen Bereichen rund um das Heck und den Mittelteil, wo sie kleinere Fische jagen.
- Riffhaie – Keine Alltagsbegegnung, aber ich habe schon Weiß- und Schwarzspitzen-Riffhaie vorbeiziehen sehen, besonders früh am Morgen oder spät am Nachmittag.
Makroleben
Wenn du so ein großer Makro-Fan bist wie ich, wirst du an der Liberty nicht enttäuscht. Der schwarze Sand und die korallenbewachsenen Wrackteile sind voll mit winzigen, perfekt getarnten Bewohnern. Du musst dir nur die Zeit nehmen, sie zu entdecken.
- Schnecken ohne Ende – Es gibt hier mega viele Schnecken. Ich habe schon Bullock’s Hypselodoris, Blaue Chromodoris und Dusky Nembrotha gesehen – versteckt im Korallenriff, kriechend über Metallträger oder mitten im Sand.
- Zwerg-Seepferdchen – Von allein hätte ich niemals eins entdeckt. Mein Guide zeigte mir ein winziges Seepferdchen, das sich an einer Gorgonie festklammerte. Wenn du beim Suchen nicht so geübt bist (so wie ich), macht ein Guide hier den entscheidenden Unterschied.
- Geisterpfeifenfische und Anglerfische – Beide sind wahre Tarnmeister. Anglerfische schmiegen sich an Schwämme, während Geisterpfeifenfische zwischen Federsternen und Weichkorallen treiben und sie perfekt imitieren. Du erkennst sie oft erst, wenn sie sich bewegen.
Korallen & künstliches Riff
Die Liberty ist mittlerweile mehr Riff als Wrack. Fächerkorallen, Fassschwämme und Hartkorallen haben die Struktur komplett überwuchert – oft ist es schwer zu erkennen, wo das Schiff aufhört und das Riff beginnt.
- Korallen, Fächer und Schwämme – Riesige Fassschwämme, leuchtende Weichkorallen und beeindruckende Fächerkorallen bedecken das Wrack von Bug bis Heck. An manchen Stellen würdest du gar nicht merken, dass hier ein Schiff drunterliegt.
- Anemonen und Clownfische – Besonders in den flacheren Bereichen findest du große Anemonenfelder, die nur so wimmeln vor Clownfischen, Garnelen und Porzellankrabben.
- Mehr Riff als Wrack – Die Liberty ist längst nicht mehr nur ein gesunkenes Schiff, sondern ein voll entwickeltes Riff. Jede Oberfläche ist von Korallen, Schwämmen und Leben bedeckt – es fühlt sich fast eher wie ein natürliches Riff an als ein Wrack.
Spannendes Verhalten unter Wasser
Meeresleben zu sehen ist das eine – richtig spannend wird’s, wenn du beobachtest, was es tut und wie e mit dem Wrack interagiert. Wenn du dir ein bisschen Zeit nimmst, entdeckst du plötzlich jede Menge Action.
- Schwärmende Stachelmakrelen (Jackfish) – Eines der absoluten Highlights an der Liberty: riesige Schwärme von Stachelmakrelen, die sich wie ein Tornado um das Wrack drehen. Bleib ruhig, dann kann es passieren, dass sie dich komplett einkreisen – ein unvergessliches Gefühl.
- Jagdende Makrelen und Barrakudas – In den tieferen Bereichen des Wracks lauern Barrakudas und Trevallies. Sie hängen scheinbar entspannt im Wasser, bis sie blitzschnell losschießen. Kleiner Tipp: Wenn die Schwärme der kleinen Fische plötzlich auseinanderreißen, ist garantiert ein Räuber auf Beutezug.
- Revierverteidigende Riffbarsche – In den großen Fassschwämmen verstecken sich winzige Riffbarsche, die ihr Revier mit allem verteidigen, was sie haben. Selbst vor deiner Maske machen sie nicht halt – winzig, frech, und ziemlich lustig zu beobachten.
- Laternenträger bei Nacht – Bei einem Nachttauchgang solltest du unbedingt mal die Lampe ausmachen: Im Inneren des Wracks glimmen die Laternenträger wie kleine Unterwasser-Glühwürmchen – ein richtig magischer Moment.

Tauchbedingungen & Beste Reisezeit
Die Liberty kann das ganze Jahr über betaucht werden, aber die Bedingungen hängen stark von Jahreszeit, Tageszeit und auch vom Wetter der letzten Tage ab. Hier ein Überblick, worauf du dich einstellen solltest:
Beste Jahreszeit
- Trockenzeit (Mai–November): In dieser Zeit hast du die besten Bedingungen bei ruhigem Meer und Sichtweiten von 15 bis 25 Metern sind die Regel. Das Wasser ist klar und die Verhältnisse verlässlicher.
- Regenzeit (Dezember–April): Auch dann wird getaucht, allerdings kann starker Regen die Sicht auf etwa 10 Meter reduzieren, vor allem wenn viel Süßwasser vom Land ins Meer läuft. Der Vorteil: weniger Taucher im Wasser und ein deutlich entspannteres Taucherlebnis.
Beste Tageszeit
- Der frühe Morgen ist die beste Zeit, um die Liberty zu tauchen. Dann ist die Sicht am klarsten – und wenn du vor 6 Uhr im Wasser bist, kannst du die riesigen Buckelkopf-Papageifische noch am Wrack erwischen, bevor sie weiterziehen.
- Nach 10 Uhr solltest du besser einen Bogen um die Liberty machen – dann trudeln die Tagesgäste ein und es wird schnell voll. Am späten Nachmittag wird es wieder ruhiger.
- Und die Nachttauchgänge hier? Absolut spektakulär! Wenn du Nachttauchgänge magst, könnte die Liberty dein neuer Favorit werden.
Wassertemperatur, Sicht & Strömung
- Die Wassertemperatur liegt fast das ganze Jahr über bei 27–29 °C. Ein 3-mm-Anzug reicht normalerweise völlig aus, außer du frierst leicht wie ich. Ich war mit meinem 5-mm-Anzug sehr glücklich.
- Die beste Sicht hast du von Juli bis Oktober, im Schnitt zwischen 15 und 25 Metern. In der Regenzeit kann sie auch mal auf etwa 10 Meter fallen.
- Da die Liberty ein geschützter Landtauchgang ist, gibt es kaum Strömung. Nur in den flachen Bereichen kann es manchmal etwas Wellen geben, aber nichts, was den Tauchgang wirklich schwierig machen würde.

Preise für das Tauchen an der Liberty
Tauchen an der Liberty ist relativ günstig und flexibel. Die Preise hängen stark davon ab, ob du direkt in Tulamben bist oder von einem anderen Teil Balis aus anreist. Wenn du schon in Tulamben wohnst, tauchst du hier mit am günstigsten, weil alles direkt vom Strand aus passiert. Vom Süden Balis aus gibt es viele Tauchshops, die Tagesausflüge anbieten.
- Fun Dives in Tulamben – Ein Landtauchgang kostet ca. 450.000–500.000 IDR (27–30 €), inklusive Guide, Flasche und Blei. Fast alle Tauchbasen geben Rabatt, wenn du mehrere Tauchgänge buchst.
- Kurse – Die Liberty wird gerne für Open Water und Advanced Open Water Kurse genutzt. Wenn du den Kurs in Tulamben machst, zahlst du normalerweise keinen Aufschlag für den Tauchgang am Wrack.
- Ausrüstungsverleih – In vielen Fun-Dive-Paketen ist die Ausrüstung schon dabei. Falls nicht, zahlst du für ein komplettes Set rund 200.000 IDR (ca. 12 € / 13 $) pro Tag. Wenn du eigenes Equipment mitbringst, bekommst du oft einen kleinen Preisnachlass.
- Flaschenverleih für selbstständiges Tauchen – Manche Basen verleihen auch Flaschen an Taucher ohne Guide. Inklusive Porter (Trägerdienst) zahlst du pro Tauchgang 150.000–200.000 IDR (9–12 €).
- Tagestouren vom Süden Balis – Viele Tauchschulen bieten 2-Tauchgang-Pakete mit Transfer (hin und zurück), Tauchgängen, Ausrüstung und Mittagessen an. Preislich liegst du hier bei etwa 1,6–2,4 Mio. IDR (100–150 € / 110–165 $) pro Person.
Beste Tauchbasen für das Liberty wrack
Nicht jede Tauchbasis ist gleich und gerade an der Liberty willst du jemanden, der das Wrack in- und auswendig kennt. Aus eigener Erfahrung kann ich diese Tauchbasen empfehlen:
- Matahari Tulamben Resort, Dive & Spa – Ideal, wenn du an der Liberty ohne Guide tauchen willst. Einfach Flasche leihen, Ausrüstung anziehen und in deinem eigenen Tempo loslegen.
- Scuba Tribe Bali – Eine kleine, gut geführte Basis mit super Guides und hervorragendem Service. Die Gruppen sind bewusst klein – perfekt, wenn du eine persönlichere Erfahrung suchst.
- Puri Madha Dive Resort – Näher an der Liberty geht es nicht. Direkt vor dem Wrack gelegen, optimal, wenn du mehrere Tauchgänge hintereinander machen willst, ohne an Transport denken zu müssen.
Anreise zur Liberty in Tulamben
Die Liberty liegt direkt vor dem Strand in Tulamben, daher ist sie super leicht zu erreichen, sobald du in dem Dorf bist. So kommst du zum Wrack, egal, ob du vom Flughafen, aus dem Süden Balis oder von nahegelegenen Orten anreist:
Anreise nach Tulamben
- Privates Auto & Fahrer: Die einfachste Möglichkeit von Denpasar, Ubud oder Canggu. Ein Transfer in eine Richtung kostet etwa 600.000–800.000 IDR (35–50 € / 40–55 $).
- Rollerverleih: Wer längere Strecken sicher fahren kann, findet hier eine günstige und flexible Alternative. Die Preise liegen zwischen 80.000–150.000 IDR (5–9 € / 6–10 $) pro Tag. Von Amed brauchst du rund 25 Minuten, von Candidasa etwa 45 Minuten nach Tulamben.
- Taxi oder Ride-Sharing: Grab und Gojek fahren nicht nach Tulamben, daher bleibt meist nur ein Taxi mit Festpreis. Dein Tauchresort hilft normalerweise bei der Organisation.
Ich lasse mir meinen Transfer meist direkt vom Tauchcenter oder Resort organisieren, das ist einfach und stressfrei. Beim letzten Mal habe ich 650.000 IDR (38 € / 42 $) vom Flughafen nach Tulamben bezahlt.
Anreise zum Liberty-Wrack
Wenn du einmal in Tulamben bist, ist es ganz einfach, zum Wrack zu kommen:
- Unterkunft in der Nähe: Von den meisten Tauchresorts ist es nur ein kurzer Spaziergang. Du musst nicht einmal deine Ausrüstung selbst tragen, lokale Träger (Porter) bringen Flaschen und Equipment direkt ans Wasser.
- Tauchcenter weiter weg: Manche bieten einen kostenlosen Transport innerhalb von Tulamben an. Bei Tauchgängen außerhalb ihres direkten Bereichs fällt manchmal eine kleine Gebühr für Abholung und Rückfahrt an.
Und wenn du bereit bist, Tulamben an Land zu erkunden, habe ich eine Liste mit Aktivitäten in Tulamben zwischen den Tauchgängen zusammengestellt, inklusive kurzer Halbtagestrips für die Zeit, in der du darauf wartest, dass deine Stickstoffsättigung sinkt.

Sicherheitstipps: Was du vor dem Tauchgang wissen solltest
Die Liberty ist ein leichter und gut zugänglicher Tauchgang, aber Tulamben liegt immer noch etwas abseits – Hilfe ist also nicht gleich um die Ecke. Ein bisschen Vorsicht schadet daher nicht.
- Nächstgelegene Dekompressionskammer: Die nächstgelegene Dekompressionskammer befindet sich im Kasih Ibu Hospital in Saba (Gianyar), etwa 1,5 bis 2 Stunden Fahrt entfernt.
- Abgelegene Lage: Tulamben liegt weit weg von großen Krankenhäusern, daher kann der Notfalltransport Zeit in Anspruch nehmen. Stelle sicher, dass dein Tauchcenter Sauerstoff und Erste-Hilfe-Material vor Ort hat.
- Wellengang in den flachen Bereichen: Normalerweise ist die Liberty ein ruhiger Tauchgang, aber beim Einstieg ist Timing wichtig. Der steinige Strand macht das Gleichgewichthalten mit voller Ausrüstung schwierig, lass dir also Zeit beim Reingehen.
Hier ist das abschließende Fazit für deinen Guide. Ich habe den “Sunrise Crunch” (das Knirschen der Kiesel beim ersten Sonnenstrahl) und den Vergleich mit den “Unterwasser-Glühwürmchen” so übersetzt, dass die Atmosphäre deiner 30+ Tauchgänge richtig rüberkommt.
Mein Fazit: Lohnt sich die USAT Liberty trotz der Massen noch?
Nach über 30 Tauchgängen hier werde ich oft gefragt: Ist die Liberty immer noch einen Besuch wert oder ist sie längst ein Opfer ihres eigenen Ruhms geworden?
Die kurze Antwort: Ja, aber nur, wenn du es richtig anstellst.
Wenn du mit einem Tagestrip-Van aus Sanur oder Ubud anreist, kommst du wahrscheinlich gegen 10:00 Uhr morgens an. Zu diesem Zeitpunkt ist die Sicht schlechter, die Büffelkopf-Papageienfische sind weg und du teilst dir das Wrack mit 50 anderen Tauchern. In diesem Szenario ist es bestenfalls ein 3/10-Erlebnis.
Um die 10/10-Version der Liberty zu erleben, mach es stattdessen so:
- Bleib in Tulamben: Mach keinen Tagestrip. Verbringe mindestens ein oder zwei Nächte im Dorf. So stehst du schon um 5:15 Uhr an der Wasserkante, während die Tagestouristen im Süden Balis noch schlafen.
- Tauch bei Nacht: Nach Einbruch der Dunkelheit verwandelt sich das Wrack komplett. Dann kommen die Blitzlichtfische heraus. Zu sehen, wie sie wie Unterwasser-Glühwürmchen in der Dunkelheit flackern, ist eines der coolsten Dinge, die ich in meiner Tauchkarriere erlebt habe.
- Respektiere die Struktur: Denk daran, dass das Wrack zerfällt. Zwäng dich nicht für ein Foto in enge Swim-throughs und achte penibel auf deine Tarierung, um keinen Kontakt mit dem rostigen Stahl aus dem Zweiten Weltkrieg zu riskieren.
Es gibt nur sehr wenige Orte auf der Welt, an denen man einfach vom Strand loslaufen kann, um an einem 120 Meter langen Stück Geschichte mit Weltklasse-Korallenbewuchs zu landen. Trotz der Massen bleibt das USAT Liberty Wrack aus gutem Grund ein absolutes Bucket-List-Ziel. Stell dir einfach den Wecker früh genug – die extra Stunde Schlaf ist es nicht wert, dieses morgendliche Knirschen der Kiesel bei Sonnenaufgang zu verpassen.
Um dir bei der Suche nach einem Ort zu helfen, der wirklich etwas von Taucher-Logistik versteht, findest du hier meinen Guide für Unterkünfte in Tulamben mit den besten Tauchresorts und Homestays, die ich über die Jahre selbst getestet habe.
Hol dir mehr Infos für Tulamben
Wenn du einen Tauchtrip nach Tulamben planst oder wissen willst, wie der Ort in eine größere Bali-Rundreise passt, helfen dir diese Guides dabei, die Details rund um das Tauchen, Unterkünfte und Sehenswertes in der Nähe zu planen.
- Tauchen in Tulamben – Alles, was du für deine Planung deines Trips brauchst, inklusive Tauchplätzen, Bedingungen, und der gesamten Logistik vor Ort.
- USAT Liberty Wrack – Route über das Wrack, die Highlights der Unterwasserwelt und warum ich hier immer wieder tauche.
- Schnorcheln in Tulamben – die schönsten Spots, die du direkt vom Strand aus erreichst und was du ohne Tauchausrüstung realistisch sehen kannst.
- Unterkünfte in Tulamben – die besten Gegenden sowie Empfehlungen für Hotels und Tauchresorts direkt am Meer
- Aktivitäten rund um Tulamben – was du zwischen den Tauchgängen unternehmen kannst, inklusive Tempel, Strände und Ausflüge rund um den kleinen Küstenort.
- Die besten Tauchplätze auf Bali – wie Tulamben im Vergleich zu anderen Tauchgebieten der Insel abschneidet und wo du als Nächstes hinmusst.
Bist du schon an der Liberty getaucht? Schreib mir in die Kommentare und erzähl, wie’s dir gefallen hat!
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