
Ich habe insgesamt 30 Tage in Tulamben verbracht, verteilt auf drei verschiedene Trips, und ich bin mal ganz ehrlich: Wenn du nicht zum Tauchen hier herkommst, solltest du dir das Ganze vielleicht noch mal überlegen.
Tulamben ist kein typischer Urlaubsort auf Bali.
Die meisten Leute kommen aus einem einzigen Grund hierher: wegen des USAT Liberty Wracks. Und ehrlich gesagt, geht es mir genauso. Jedes Mal, wenn ich nach Tulamben zurückgekommen bin, dann war es zum Tauchen.
Wenn du kein Taucher bist, würde ich hier wahrscheinlich keinen längeren Stop einlegen. Es gibt kein Nachtleben, keine Beach Clubs und ab 21 Uhr ist hier tote Hose.
Aber wenn du tauchst, hat Tulamben einen ganz eigenen Rhythmus, den ich lieben gelernt habe. Früh tauchen. In einem lokalen Warung essen. Mittagsschlaf. Vielleicht ein bisschen Ost-Bali erkunden. Und am nächsten Tag das Ganze von vorn.
Hier sind meine Lieblingsaktivitäten in Tulamben, wenn ich gerade mal nicht unter Wasser bin.
Schnorcheln am USAT Liberty Wrack
Die meisten Leute denken beim USAT Liberty Wrack sofort ans Tauchen, aber man kann tatsächlich auch beim Schnorcheln wahnsinnig viel davon sehen.
Ich bin meistens morgens oder kurz vor am späten Nachmittag ins Wasser gegangen. Vormittags wird es oft voll, wenn die Tagestouristen und Schnorchler aus anderen Teilen Balis kommen. Früh am Morgen ist es ruhiger und alles fühlt sich viel entspannter an.
Von der Oberfläche aus kannst du bereits große Teile der Struktur unter dir erkennen, besonders an klaren Tagen. Und wenn du dich traust, ein paar Meter abzutauchen, siehst du noch viel mehr Details und erkennst die Struktur des Wracks.
In den flacheren Abschnitten der Liberty gibt es außerdem jede Menge bunte Rifffische, sodass es sich auch ohne Tauchausrüstung extrem lebendig anfühlt. Ich hatte beim Schnorcheln dort nie Probleme mit Bootsverkehr. Das Wasser war an der Oberfläche meistens ruhig, und während meiner drei Aufenthalte waren die Vormittage eigentlich immer am beständigsten.
Der einzige schwierige Teil kann der Landeinstieg sein. Wie fast überall in Tulamben läuft man über runde Lavasteine ins Wasser, was ziemlich herausfordernd sein kann. Geh es langsam an und zieh am besten 5mm Füßlinge mit fester Sohle an, wenn du welche hast.
Würde ich das Schnorcheln hier absoluten Anfängern empfehlen? Wahrscheinlich eher nicht. Das Wrack liegt ein Stück vom Ufer entfernt, und auch wenn es bei mir immer ruhig war, ist es keine geschützte Lagune. Es gibt auf Bali einfachere Schnorchelspots für Anfänger.
Aber wenn du ein sicherer Schwimmer bist und nicht tauchen gehst, lohnt sich das Schnorcheln an der Liberty definitiv.
Schau dir meinen kompletten Guide zum Schnorcheln in Tulamben an, dort findest du die besten Einstiegspunkte und Sicherheitstipps.

Die Zeit zwischen den Tauchgängen genießen
Tulamben ist kein Ort, an dem du deine Nachmittage mit endlosem Sightseeing füllst.
Die meisten meiner Tage hier folgten einem simplen Muster: Morgens tauchen, in einem lokalen Warung oder in meinem Resort essen, ausruhen und dann entweder noch mal abtauchen oder den Nachmittag entspannt ausklingen lassen.
Es gibt hier keine Cafés oder Einkaufsstraßen, die man erkunden könnte. Und gegen 21 Uhr wird es im Dorf ohnehin mucksmäuschenstill.
Es kann sich fast ein bisschen langweilig anfühlen, wenn man nicht viel taucht. Aber wenn du hier bist, um richtig Gas zu geben unter Wasser, spielt dir dieses langsame Tempo eigentlich total in die Karten. Du regenerierst, trinkst viel Wasser und machst am nächsten Tag das Gleiche von vorn.
Tulamben ist komplett um das Tauchen herum aufgebaut. Alles andere ist zweitrangig
Mach Einen Ausflug nach Tirta Gangga
Nach ein paar Tagen mit Early-Morning-Dives und dem ständigen Hin- und Herlaufen über diese schwarzen Lavasteine brauchte ich mal eine richtige Pause, also habe ich mir Tirta Gangga angeschaut.
Von Tulamben aus sind es etwa 40 Minuten Fahrt, also super entspannt zu erreichen. Ich bin morgens nach einem gemütlichen Frühstück los, was ich dir auch definitiv empfehlen würde. Es wurde schon ziemlich heiß, während ich dort war, und ehrlich gesagt hätte ich keine Lust gehabt, mittags in der prallen Sonne dort herumzulaufen.
Klar, es ist deutlich touristischer als Tulamben, aber ich fand es trotzdem schön. Die Trittsteine über die Koi-Teiche machen echt Spaß, auch wenn man sich dabei ein bisschen wie ein typischer Tourist fühlt. Nach mehreren Tauchtagen in Folge war es einfach schön, mal im Grünen und an einem ruhigen Ort herumzuspazieren.
Das Ganze lässt sich problemlos als Halbtagestrip machen. Für solche kürzeren Strecken rund um Tulamben miete ich mir normalerweise einen Roller. Aber wenn du lieber einen Fahrer hast, geht das natürlich auch.
Ich würde jetzt nicht extra quer durch ganz Bali fahren, nur um Tirta Gangga zu sehen. Aber wenn du sowieso zum Tauchen in Tulamben bist, ist es ein netter Abstecher.
Der Eintrittspreis lag bei meinem letzten Besuch bei 80.000 IDR (ca. 4,70 €), wurde aber vor kurzem auf 90.000 IDR (ca. 5,30 €) angehoben.
Besuche den Lempuyang-Tempel
Der Lempuyang-Tempel ist eine der berühmtesten Sehenswürdigkeiten in Ost-Bali, hauptsächlich wegen des „Gates of Heaven“-Fotos, bei dem der Mount Agung perfekt im Hintergrund eingerahmt wird.
Von Tulamben aus fährst du etwa eine Stunde, je nach Verkehr und wo genau du untergebracht bist.
Ich war dort, aber ich habe das ikonische Foto nicht gemacht.
Es waren einfach zu viele Leute in der Warteschlange, und ich hatte keine Lust, zwei Stunden anzustehen, nur um dieses eine Foto zu bekommen. Der Tempel an sich ist sehenswert und die Lage ist wunderschön, aber für mich fühlte es sich im Vergleich dazu, wie ruhig und entspannt Tulamben normalerweise ist, einfach zu überlaufen an.
Wenn dir dieses exakte Foto wichtig ist, brauchst du Geduld. Wenn nicht, würde ich es eher als kurzen Zwischenstopp betrachten und nicht als Hauptgrund für deinen Tagesausflug.
Würde ich nur für Lempuyang noch mal zurückkommen? Wahrscheinlich nicht. Aber wenn du sowieso im Osten von Bali unterwegs bist, lässt es sich leicht in die Route einbauen.
Der Eintritt kostet mittlerweile 150.000 IDR (ca. 8,80 €). Das setzt sich zusammen aus 100.000 IDR Eintritt plus 50.000 IDR für den obligatorischen Shuttlebus.

Das ist der perfekte „Geheimtipp“-Abschnitt. Es zeigt, dass die besten Erlebnisse oft die sind, die man nicht plant. In der Übersetzung habe ich diesen entspannten „Scooter-Vibe“ beibehalten.
Sieh dir die Reisfelder rund um Abang an
Auf dem Weg nach Tirta Gangga bin ich zufällig an den Reisfeldern bei Abang vorbeigekommen und wir haben einfach mit dem Roller angehalten.
Wir sind ein bisschen herumgewandert und haben die Aussicht genossen. Für mich war es echt wunderschön.
Es ist nicht diese dramatische, perfekt durchgestylte Reisterrassen-Kulisse, die man aus Zentral-Bali kennt. Es fühlt sich viel lokaler und weitläufiger an. Als ich dort war, war überhaupt nichts los, was das Ganze noch besser gemacht hat.
Du könntest daraus problemlos eine eigene Halbtagestour machen oder es mit Tirta Gangga oder einem der Tempel in der Gegend zu einem kompletten Tagesausflug kombinieren. Oder du hältst einfach spontan an, so wie ich es gemacht habe, was sich ehrlich gesagt viel besonderer angefühlt hat.
Wenn du für mehrere Tage zum Tauchen in Tulamben bleibst, ist das genau die Art von kleinem Umweg, die dir eine ganz andere Perspektive auf die Gegend gibt.
Mach einen Abstecher nach Amed
Wenn es in Tulamben doch mal ein bisschen zu ruhig wird, fahre ich gerne rüber nach Amed. Von den beiden Orten ist Amed definitiv der lebendigere und mein Ziel, wenn ich nach ein paar Tagen Kopi Tubruk (dem Instant-Kaffee, den es in den meisten Tauchresorts in Tulamben gibt) mal wieder einen echten Kaffee brauche.
Mit dem Roller sind es etwa 25 Minuten Fahrt Richtung Süden, aber die Atmosphäre ändert sich komplett. Es gibt super nette Cafés wie das Rimba oder Amed Espresso, wo du echt guten Kaffe und eine Smoothie Bowl bekommst. Es ist immer noch entspannt, aber eben nicht so tot, wie es sich in Tulamben abends anfühlen kann.
Ich mag den Tapetenwechsel hier sehr. Die Bucht von Jemeluk ist wunderschön, besonders zum Sonnenuntergang. Man kann dort gut ein paar Stunden verbringen, am Strand entlanglaufen oder mit einem Drink an einem der Aussichtspunkte sitzen.
Amed ist zwar immer noch sehr aufs Tauchen fixiert (erwarte also keine Beach Clubs oder wildes Nachtleben), aber im Vergleich zu Tulamben fühlt es sich eher wie ein richtiges kleines Küstenstädtchen an und nicht nur wie eine reine Tauchbasis.
Wenn du für mehrere Tage in Tulamben bleibst, ist das ein super Halbtages- oder Abendausflug, um mal wieder kurz in der „Zivilisation“ vorbeizuschauen.

Lohnt sich Tulamben, wenn man nicht taucht?
Tulamben ist extrem abgelegen. Ich persönlich würde nicht hierherkommen, wenn ich nicht tauchen würde.
Es gibt kein Nachtleben, die Auswahl an Restaurants ist begrenzt und nach 21 Uhr ist es echt schwierig, außerhalb des eigenen Resorts noch etwas zu essen zu finden. Nach ein paar Tagen hat man im Grunde alles gesehen, was es zu sehen gibt. Der gesamte Ort dreht sich ums Tauchen.
Davon abgesehen: Wenn du ganz gezielt nach einem Ort suchst, der ruhig und langsam ist und weit weg von den überlaufenen Teilen Balis liegt, dann könnte das hier genau dein Ding sein.
Aber für die meisten Menschen macht Tulamben nur wegen der Unterwasserwelt wirklich Sinn.
Wie du in Tulamben von A nach B kommst
Tulamben besteht im Grunde nur aus einer einzigen langen Straße. Auch wenn viele sagen, der Ort sei fußläufig, hängt das völlig davon ab, wo du wohnst und ob du gerade ein 15 kg schweres Kamera-Equipment mit dir herumschleppst.
- Zu Fuß: Wenn dein Resort direkt vor dem USAT Liberty Wrack liegt, kannst du das Wrack und eine Handvoll Warungs zu Fuß erreichen. Aber sei gewarnt: Es gibt fast keine Gehwege, und nachts an der Hauptstraße entlangzulaufen fühlt sich wegen der vorbeirauschenden LKWs wie Extremsport an.
- Der Roller (Meine Wahl): Während meiner 30 Tage hier war ein Roller unverzichtbar. Es ist die einzige Möglichkeit, mal eben einen vernünftigen Kaffee zu holen oder für den Sonnenuntergang 20 Minuten Richtung Süden nach Amed zu fahren. Stell dich auf 80.000–120.000 IDR (ca. 4,70–7,00 €) pro Tag ein.
- Einen Fahrer mieten: Wenn du nach Tirta Gangga oder Lempuyang willst, solltest du nicht selbst eine Stunde lang Roller fahren, außer du bist wirklich extrem sicher im Sattel. Ein Fahrer für einen halben Tag kostet etwa 400.000–500.000 IDR (ca. 24–30 €).
App-Warnung: Verlass dich hier nicht auf Grab oder Gojek. Anders als im Süden Balis gibt es in Tulamben fast keine aktiven Fahrer. Du musst den Transport über dein Resort oder einen lokalen Taxi-Stand organisieren.

Hol dir mehr Infos für Tulamben
Wenn du einen Tauchtrip nach Tulamben planst oder wissen willst, wie der Ort in eine größere Bali-Rundreise passt, helfen dir diese Guides dabei, die Details rund um das Tauchen, Unterkünfte und Sehenswertes in der Nähe zu planen.
- Tauchen in Tulamben – Alles, was du für deine Planung deines Trips brauchst, inklusive Tauchplätzen, Bedingungen, und der gesamten Logistik vor Ort.
- USAT Liberty Wrack – Route über das Wrack, die Highlights der Unterwasserwelt und warum ich hier immer wieder tauche.
- Schnorcheln in Tulamben – die schönsten Spots, die du direkt vom Strand aus erreichst und was du ohne Tauchausrüstung realistisch sehen kannst.
- Unterkünfte in Tulamben – die besten Gegenden sowie Empfehlungen für Hotels und Tauchresorts direkt am Meer
- Aktivitäten rund um Tulamben – was du zwischen den Tauchgängen unternehmen kannst, inklusive Tempel, Strände und Ausflüge rund um den kleinen Küstenort.
- Die besten Tauchplätze auf Bali – wie Tulamben im Vergleich zu anderen Tauchgebieten der Insel abschneidet und wo du als Nächstes hinmusst.
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