Jordanien ist die Heimat von Petra, einem der neuen 7 Weltwunder. Auch wenn ich eigentlich zum Tauchen nach Jordanien gekommen bin, ein Land mit solch kulturellem Erbe und beeindruckender Wüstenlandschaft muss man auch über Wasser erkunden – zumindest für einen Tag.
Daher haben wir einen Tagesausflug von Aqaba nach Petra inklusive anschließender Jeep Tour durch Wadi Rum gemacht. Normalerweise ziehe ich gerne auf eigene Faust los, aber diesmal wurden wir zu einer komplett organisierten Tour eingeladen, da konnten wir schwer unser eigenes Ding machen. Trotzdem war der Tagesausflug ein absolutes Highlight unseres Jordanientrips.
Wir haben uns gleich am ersten Tag unseres Aufenthalts auf nach Petra und Wadi Rum gemacht. Somit konnten wir an den anderen Tagen sorgenlos die besten Tauchspots Jordaniens erkunden.
01 – Petra
Die Felsenstadt Petra, eines der neuen 7 Weltwunder, befindet sich im Südwesten Jordaniens, auf halbem Weg zwischen dem Golf von Aqaba und dem Toten Meer.
Dank der höheren Lage ist die Temperatur etwas angenehmer als in Aqaba. An gewissen, höher gelegenen Aussichtspunkten kann sogar im Hochsommer ein kühler Wind wehen, das ist eine gern gesehene Abwechslung zur stehenden Hitze in Aqaba.
Petra wurde vor ca. 2000 Jahren von den Nabatäern als Hauptstadt ihres Reiches im Wadi Musa, dem Tal des Moses, erbaut und war einst eine der beudeutendsten Handelsmetropolen.
Das einzigartige Kulturdenkmal ist seit 1985 UNESCO-Weltkulturerbe und wurde im Jahr 2007 zu einem der neuen 7 Weltwunder ernannt. Es ist also wenig überraschend, dass Petra die berühmteste und meistbesuchte Sehenswürdigkeit Jordaniens ist.
Ich kannte Petra vor allem aus der Filmreihe “Indianer Jones” und von Social Media – da gibt es dieses eine Foto, das jeder, der dort war, auf Instagram und Co teilt. Und genau das war auch meine Vorstellung von Petra.
Als wir dann im Besucherzentrum mit den Tickets einen “Stadtplan” erhielten wurde mir schön langsam bewusst, dass Petra viel mehr ist, als nur dieses eine Gebäude. Petra ist eine riesige Fläche mit über 800 Bauwerken, verbunden durch kilometerlange Straßen und Wege. Zu ihrer Blütezeit beherbergte Petra zwischen 30.000 und 40.000 Menschen.
Einige der wichtigsten Monumente sind noch gut erhalten und können auf dem Rundweg besichtigt werden.
Petras Bauwerke
Die Schlucht (Siq)
Vom Besucherzentrum aus machen wir uns auf den Weg Richtung Petra. Nach einem ca. 1km langen Fußmarsch erreichen wir den Sig, den “Schacht”. Die in etwa 1,5 km lange Schlucht ist, neben einem schmalen Gebirgspfad im Nordwesten, der einzige Zugang zur Stadt und an ihrer engsten Stelle gerade mal 2 Meter breit.
Wir wandern durch die Schlucht, umgeben von 70m hohen Felswänden, die mit ihren Orange- und Rottönen die gesamte Schlucht einfärben. An den Wänden entlang der Schlucht verlaufen Aquädukte, die die Stadt einst mit Wasser versorgten.

Am Ende der Schlucht hinter den hohen Felswänden wartet ein ganz besonderer Anblick auf uns: das Schatzhaus Petras, eines der berühmtesten Bauwerke der Welt.
Das Schatzhaus (Al-Khazneh)
Am Ende des Sig erscheint Schritt für Schritt das berühmte Schatzhaus. Die beeindruckende Fassade ist komplett aus Stein gemeißelt und fast 40m hoch und 25m breit. Auf der Spitze der Fassade befindet sich eine Urne, in der Beduinen den Schatz des Pharao vermuteten. In Wirklichkeit war das Schatzhaus aber eines von zahlreichen Felsgräbern.
Betreten kann man das Schatzhaus leider nicht. Und wer dieses Bauwerk in Ruhe erkunden möchte, startet den Tagesausflug nach Petra am besten schon früh morgens, bevor sich große Menschenmassen den Weg durch den Sig zum Schatzhaus bahnen.
Am Schatzhaus wird man häufig von Beduinen angesprochen, die anbieten dich für 5 JOD (ca. 6,40€) zu einem tollen Aussichtspunkt zu bringen, der nur ein paar Gehminuten entfernt ist – hier entsteht das klassiche Instagram-Foto. Wir haben jedoch immer freundlich abgelehnt.
Ebenfalls vor dem Schatzhaus zu finden sind Kamele, auf denen man für ein paar JOD für das richtige Urlaubsfoto posieren kann. Es sind erschreckend viele Kinder, die hier Touristen aufs Kamel helfen um anschließend wie kleine Social Media Profis die tollsten Fotos und Videos mit allerlei Effekten im Minutentakt produzieren. Auch hier haben wir das Geschehen nur beobachtet.
Die Straße der Fassaden
Wir folgen dem Weg rechts vom Schatzhaus und gehen entlang einer breiter werdenen Schlucht. Auf der linken Seite sind große Grabfassaden aus dem Fels gemeißelt und errinern an eine Häuserreihe – daher der Name Straße der Fassaden.
Das Römische Theater
Am Ende der Straße der Fassaden erwartet uns das Theater, das so wie die anderen Bauwerke direkt aus dem Stein gemeißelt wurde. In den 45 Reihen konnten mehr als 6.000 Menschen Platz finden.
Die Gräber der Königswand
Am Ende der Straße der Fassaden, gegenüber dem Theater finden sich im Felsen die Königsgräber. Insgesamt findet man 13 Grabtempel, von denen man dank ihrer Größe und Verzierung annimmt, dass sie Königsgraber waren.
Vom Besucherzentrum zur Königswand sind es ca. 4 km Fußmarsch. Da wir einen Tagesausflug nach Petra und Wadi Rum gebucht hatten und uns somit nur ein halber Tag in Petra blieb, fehlte uns leider die Zeit um weiter zu gehen um den Rest der Stadt zu besichtigen. Insgesamt haben wir an dem halben Tag aber stolze 8 km in Petra zurückgelegt – eine ziemliche Wanderung.
Anreise von Aqaba nach Petra
Für die 125km lange Strecke von Aqaba nach Petra benötigt man in etwa 2 Stunden.
JETT Bus
Du möchtest von Aqab nach Petra auf eigene Faust reisen? Dann ist der JETT Bus die günstigste und beste Option für dich. JETT bietet klimatisierte Busse mit gemütlichen Sitzen und englischsprachigem Guide, und fährt täglich zwischen Aqaba und Petra:
- Hinfahrt: täglich um 8.00 Uhr vom JETT Office in Aqaba
- Rückfahrt: täglich um 17.00 Uhr von Petra
- Preis: 15 JOD (ca. 19€) pro Strecke, online kann man Hin- und Retourticket um 18 JOD (ca. 24€) ergattern.
Taxi
Leider die einzige Option, bei der man zeitlich etwas flexibler ist.
- Preis: ca. 75 – 100 JOD (95 – 130€) für die Fahrt von Aqaba nach Petra
- am besten bucht man über das Hotel
- wer auch am Heimweg wieder mit dem Taxi reisen möchte sagt dem Fahrer am besten, wann er wiederkommen soll
Organisierte Tour
Die einfachste und touristenfreundlichste Option, vor allem, wenn man sich um An- und Abreise nicht kümmern möchte. Tagesausflüge gibt es ab ca.124€ inklusive Eintritt nach Petra
Öffnungszeiten und Eintrittspreise
Öffnungszeiten
- Sommermonate (Mai bis Oktober): täglich von 6.00 Uhr bis 18.00 Uhr
- Wintermonate (November bis April): täglich von 6.00 Uhr bis 16.00 Uhr
Wer den Massentourismus meiden möchte, kommt am besten schon früh morgens nach Petra.
Eintrittspreise
Die Eintrittspreise, for allem für einen Tagesausflug nach Petra, sind nicht gerade günstig. Wer die gesamte Stadt erkunden möchte, sollte mindestens 2 Tage einplanen.
- 1-Tages-Ticket Petra: 50 JOD (ca. 64€)
- 2-Tages-Ticket Petra: 55 JOD (ca. 70€)
- 3-Tages-Ticket Petra: 60 JOD (ca. 77€)
Für den Kauf von Mehrtagestickets sollte man einen Reisepass dabei haben, diese Tickets werden am Schalter beim Ticketkauf personalisiert. Alle Tickets können dirket vor Ort im Besucherzentrum gekauft werden oder online über die offizielle Website.
Tipps für Petra
Hier ein paar Tipps, um das meiste aus dem Besuch in Petra zu machen:
- Wer gerne abseits der Massen unterwegs ist, sollte schon früh morgens nach Petra kommen, am besten vor 8.00 Uhr
- Petra ist eine Wüstenstadt, dh es ist sehr sonnig und heiß. Kopfbedeckung, Sonnencreme und ausreichend Wasser sind ein Muss!
- Gute Schuhe bzw. Wanderschuhe sind von Vorteil, man legt hier einige Kilometer zurück
- Wer gerne mehr über die Geschichte und Kultur Petras erfahren möchte, sollte sich einen Guide nehmen
02 – Wadi Rum
Am Weg zurück von Petra nach Aqaba haben wir das einzigartige Wadi Rum besucht.
Wadi Rum ist das größte Wüstental Jordaniens und seit 2011 ebenfalls Teil des UNESCO-Welterbes. Das Tal ist Heimat von einigen hundert Beduinen, die mittlerweile großteils vom Tourismus im Wadi Rum leben.
Dank der einzigartigen Landschaft mit ihren riesigen Felsformationen, die aus rot leuchtenden Sanddünen hervorragen, wird Wadi Rum auch “Tal des Mondes” genannt. Diese außergewöhnliche Kulisse hat auch Hollywood für sich entdeckt und, passend zum Namen, den Film “Der Marsianer” hier gedreht.
Jeep Tour
Wir sind erst am späteren Nachmittag am Rande des Wadi Rums angekommen und haben die spektakuläre Landschaft dann im Zuge einer Jeep Tour erkundet.
Ein Beduine, der im Tal lebt, war unserer Fahrer und Guide, und hat mit uns an tollen Aussichtspunkten halt gemacht um uns mehr über das Tal und die Kultur der Beduinen zu erzählen. Während man im Jeep durch die Wüste rast und an den diversesten Felsformationen vorbeikommt, wird einem mehr und mehr bewusst, dass diese Landschaft über Jahrtausende von Wind und Wetter geformt wurde und großteils noch unberührt ist – sehr beeindruckend!
Mein absoluter Höhepunkt der Jeep Tour war dann der Sonnenuntergang im Tal. Hierfür haben wir mitten in der Wüste angehalten und uns vom Farbschauspiel verzaubern lassen. Die Sanddünen und Felsen wurden in die intensivsten Rot- und Orangetöne getaucht, je tiefer die Sonne sank, desto intensiver wurden die Farben um uns herum. Teilweise fühlte es sich schon etwas unecht an, als würde man durch ein Fotobuch spazieren.
Nach dem Sonnenuntergang ging es weiter zu einem Beduinencamp, wo wir ein traditionelles Abendessen, das den ganzen Tag in einem Erdloch mit Glut gegart wurde, serviert bekamen. Verschiedenes Fleisch, Wurzelgemüse, Kartoffeln, Kardamonreis und Fladenbrot – sehr lecker! Das war gleichzeitig auch die letzte Station der Jeep Tour durch Wadi Rum.
Anschließend sind wir noch ein Stück auf eine Felsformation hochgewandert, um den Sternenhimmel zu bewundern. Mitten in der Wüste, weit und breit keine anderen Lichtquellen, sieht der Sternenhimmel noch viel faszinierender aus.

Gegen 22.00 Uhr sind wir dann aus dem Wadi Rum wieder raus und haben uns auf den Weg zurück nach Aqaba gemacht.
Anreise von Aqaba nach Wadi Rum
Für die Strecke von Aqaba nach Wadi Rum muss man in etwa eine Stunde einplanen.
JETT Bus
Auch für Wadi Rum ist der JETT Bus die beste Option, wenn man auf eigene Faust losziehen will.
- Hinfahrt: täglich um 8.00 Uhr vom JETT Office in Aqaba
- Rückfahrt: täglich um 18.30 Uhr von Wadi Rum
- Preis: 15 JOD (ca. 19€) pro Strecke, online kann man Hin- und Retourticket ab 18 JOD (ca. 24€) ergattern.
Taxi
Will man bei der Anreise nach Wadi Rum zeitlich flexibel sein muss man auf ein Taxi zurückgreifen.
- Preis: ca. 20 JOD (ca. 27€) für die Fahrt von Aqaba nach Wadi Rum
- am besten bucht man über das Hotel
- wer auch am Heimweg wieder mit dem Taxi fahren möchte sagt dem Fahrer am besten, wann er wiederkommen soll
Preise für Eintritt und Tour
Der Eintritt ins Wadi Rum kostet 5 JOD (ca. 7€). Das Wadi Rum ist ein riesiges Wüstental, in dem man sich ohne Guide schnell verlieren kann – das kann bei den extremen Temperaturen hier schnell gefährlich werden. Daher sollte man nicht einfach auf einge Faust losziehen, sondern einen Guide bzw. eine Jeep Tour buchen.
Die meisten Jeep Touren starten vom Besucherzentrum im Wadi Rum und es sind verschiedene Touren verfügbar. Am besten bucht man die Tour zuvor online.
- Halbtagestouren gibt es ab ca. 40€
- Ganztagestouren gibt es ab ca. 60€
- Ganztagestouren mit Übernachtung in Wadi Rum gibt es ab ca. 92€
Tipps für Wadi Rum
Hier ein paar Tipps, um das meiste aus dem Besuch in Wadi Rum zu machen:
- Die Temperatur kann im Tal über den Tag hinweg ganz schön schwanken, daher sollte man mehrere Lagen Kleidung dabei haben, um leicht etwas ausziehen/überziehen zu können.
- Unbedingt eine Kamera mitbringen – es lohnt sich!
- Mehr Wüste als im Wadi Rum geht fast nicht – Kopfbedeckung, Sonnencreme und ausreichend Wasser sind ein Muss!
- Die Beduinen im Tal sind super freundlich und freuen sich, wenn man Interesse an ihrer Kultur und der Landschaft zeigt.
03 – Jordanien entdecken: In a Nutshell
Petra ist beeindruckend, nicht nur die bekannten Bauwerke, sondern die ganze Stadt an sich. Die lange Schlucht, die man durchqueren muss um zur Stadt zu gelangen, die steilen Felswände in den unterschiedlichsten Rottönen, und vor allem die in den Stein gemeißelten Monumente. Ich hatte keine Ahnung wie riesig Petra in Wirklichkeit ist. Um die ganze Stadt zu sehen hatten wir leider nicht genug Zeit, selbst ein ganzer Tag ist wahrscheinlich noch sehr sportlich.
Wadi Rum ist verzaubernd – auf seine ganz eigene Art und Weise. Die vom Wetter geformten Felsen inmitten der endlosen Sanddünen geben einem ein Gefühl von Freiheit. Und die roten und orangenen Farben der Wüste verzaubern, vor allem zum Sonnenuntergang! Ich muss gestehen, Wadi Rum war mein Jordanien Highlight. Ich weiß nicht warum, aber ich hab mich in dieses Stückchen Wüste verliebt. Sogar etwas mehr als in die Unterwasserwelt – so etwas passiert bei mir als Taucher nie… Aber ja, bei meinem nächsten Jordanienbesuch steht eine Jeep Tour in Wadi Rum zum Sonnenuntergang wieder ganz oben auf meiner To-Do Liste.

















Das klingt sooo unglaublich toll!! <3
Das war es auch!